Der Pachtvertrag mit der Forst BW für die Standorte für Windkraftanlagen am Hochblauen wird aufgelöst. Das haben die Entscheidungsgremien der drei an der Projektgesellschaft beteiligten Genossenschaften einstimmig beschlossen.
Veränderung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
Grund sind die drastisch veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seit dem Vertragsabschluss Anfang 2022. „Um bis zu 30% gestiegene Baukosten, deutlich höhere Preise für die WEA und der Anstieg des Fremdkapitalzins von 1% auf über 4,5% machen zusammen mit der hohen Pacht an die Forst BW einen wirtschaftlichen Betrieb unmöglich“ sagt Frank Hehl – einer der drei Vorstände der an der Projektgesellschaft beteiligten Bürgerwindrad Blauen EE eG. Peter Schalajda, ebenfalls im Vorstand, ergänzt: „Unser ursprünglich auskömmliches Pachtangebot bei Projektvergabe führt unter den heutigen Bedingungen dazu, dass keine kaufmännisch notwendige Rendite auf das aufzubringende Kapital möglich ist.“
Die Projektgesellschaft Bürgerwindpark Blauen GmbH & Co KG hat intensiv daran gearbeitet durch Planungserweiterungen, technische Alternativen und Synergieeffekte die Betriebskosten zu optimieren. Zusätzlich gab es seit Juni 2024 intensive Gespräche mit der Forst BW. Mit einer Absenkung der Pacht für die landeseigenen Flächen auf ein marktübliches Niveau könnte das Land Baden-Württemberg einen Beitrag dazu leisten, seine eigenen Ausbauziele für Windenergie zu erreichen. Nachdem eine Änderung des Pachtvertrages jedoch nicht zu erreichen war, wurde nun im Einvernehmen mit Forst BW die Auflösung des Pachtvertrages für die WEA-Grundstücke zum Jahresende 2024 vereinbart.
Wie geht es jetzt weiter?
Anfang des Jahres 2025 wird es zu einer Neuausschreibung kommen. Daran wird sich die Projektgesellschaft Bürgerwindpark Blauen mit einem neu kalkulierten Pachtangebot beteiligen. „Wir sehen aber ungewisse Chancen für einen erneuten Zuschlag angesichts einer Konkurrenz durch Großkonzerne mit ungleicher Kapitalstärke die uns als Bürgerenergiegenossenschaften nicht gegeben sind “ sagt Matthias Lautenbach, Finanzvorstand der Genossenschaft.
Bei heute marktüblichen Pachten ist ein wirtschaftlicher und effizienter Betrieb von WEA am Standort Hochblauen möglich, bei der pro Jahr bis zu 80 Mio. kWh Strom produziert werden könnten. Das entspricht dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 21.000 Haushalten mit 4 Personen.
„Die Windenergienutzung am Blauen ist durch unsere Kündigung des Pachtvertrags sicher nicht vom Tisch. Dafür sind die möglichen Standorte und das Windenergieangebot zu interessant. Es bleibt lediglich die Frage, welche Betreibergesellschaft in Zukunft die Planungen übernehmen und weiterführen wird“, so die Einschätzung von Dr. Hermann Schulze, dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Bürgerwindrad Blauen EE eG, „auch in der neuen Phase der Ausschreibung werden wir uns weiterhin dafür einsetzen, dass die Bürgerwindrad Blauen EE eG an den zukünftigen Windenergieanlagen auf dem Blauen partizipieren kann.“
Wir danken allen Mitgliedern, dass Sie uns und unsere Arbeit in diesem Projekt bisher unterstützt haben. Wir werden auch weiterhin alles daran setzen, dass die Bürgerwindrad Blauen EE eG an den zukünftigen Windenergieanlagen am Blauen partizipieren kann. Für Fragen stehen Ihnen die Vorstände und Aufsichtsräte zur Verfügung.